Heimatverein Rosellen e.V.

vorm. Reiterverein 1881 Rosellen

Husarenzug Blaue Husaren seit 1956

 

Als unser 1. Vorsitzender Hermann Caspers auf der Vollversammlung am 7. Januar 1956 verkündete, dass sich ab dem 01. Mai 1956 uniformierte Züge anmelden sollten, waren wir uns, d.h. Dietmar und Manfred Blonsky, Willi Dünbier, Hans Holz, Adi Krieger, Walter Schoenen und Wilhelm Zillikens sehr schnell einig, einen Zug zu gründen. Wir begrüßten die Entwicklung im Reiterverein, wo von uns nur Willi Dünbier als Reiter die Reiterwettspiele der letzten Jahre mitgemacht hatte. Noch nicht alle volljährig, waren wir hocherfreut, als einheitlich uniformierte Schützen zum Schützenfest 1957 mit marschieren zu können.

Auch wenn unser Zug noch keinen Namen hatte, so waren wir doch die erste Zuggemeinschaft, die sich pünktlich zum Anmeldetermin einschrieb. Somit sind wir im wahrsten Sinne des Wortes der Zug der ersten Stunde des Heimatvereins. Weil 1956 das Fest in alt hergebrachter Tradition des Reitervereins stattfand, marschierten wir beim Festzug mit einheitlich dunkler Hose und weißem Hemd mit. 

In diesem letzten Jahr des Reitervereins präsentierten wir unsere erste Groß-fackel in Anspielung an die Einführung der Müllabfuhr in Rosellen. Wir bauten die Fackel bei Walther Segschneider, der auch freundlicherweise die Beschriftung der Fackel ausführte.

                                                                                                                                                              1956                                                              

„Wer soll das bezahlen – wer hat das bestellt?

Hurrah, jedem Roseller singe Drecksemmer!

Und wo bleibt das Schmuckkästchen des Kreises?“

Nach dem Reiterfest 1956 wurde es ernst und wir mussten uns für eine Uniform entscheiden. Als schwarze Husaren wollten wir auftreten und unser Zugführer sollte Hans Holz sein. Doch schnell wurde uns klar gemacht, dass die Farbe schwarz für einen anderen Husarenzug bereits vergeben war. Also fuhren wir zum Kostümverleih Hintzen nach Korschenbroich, der uns eine schicke blaue Husarenuniform vorstellte. Dabei blieb es und im Jahr der Gründung des Heimatvereins 1957 traten wir als „Blaue Husaren“ auf. Willi Dünbier war Zugkönig, Hans Holz Zugführer, Manfred Blonsky Flügelleutnant und Adi Krieger Spieß.

                                                                                                                                                                1957

                                                                                                                                                 Hans Holz

                              v.l.: Manfred Blonsky – Wilhelm Zillikens – Willi Dünbier

                                   Walter Schoenen – Dietmar Blonsky – Adi Krieger 


                          1957      v.l.: Hans Holz – Manfred Blonsky – Wilhelm Zillikens – Willi Dünbier                                  

Walter Schoenen – Dietmar Blonsky – Adi Krieger

Die Damen des Zuges schenkten uns im Jahre 1958 ein Tischfähnchen, das im Kloster Kreitz gestickt wurde. Es wird bis heute zum Heimatfest und zu Zugkönigfeiern aufgestellt.

Im Jahre 1958 unterbrachen wir die Tradition des Großfackelbaus und bauten zum Heimatfest für die Kinderbelustigung ein handangetriebenes Kinderkettenkarussell mit 4 Sitzen. Das war die große Attraktion des Festes, denn in den letzten Jahren zuvor war kein Fahrgeschäft auf dem Schützenplatz, d.h. auf der Wiese von Johann Stammen am Friedhof, gewesen. Das Karussell wurde anschließend auf dem Kindergartenspielplatz am Jugendheim aufgebaut.  Jahre später wurde das Karussell Joseph August Koppelberg (Kaplan in Rosellen von 1933 bis 1936, Pfarrer in Antweiler Nähe Blankenheim Kreis Euskirchen und in Herkenrath Stadt Bergisch Gladbach) übergeben, der es mit nach Antweiler nahm. 

Es ist eine Ehre für unseren Zug, dass wir anlässlich der Festumzüge seit 1963 in ununterbrochener Folge die Fahne des Heimatvereins bis zum heutigen Tage tragen dürfen.

                                                            1968                                         Manfred Blonsky

v.l. : Willi Dünbier – Peter Schillings mit Vereinsfahne – Günter Schoenen

Bis 1968 wurde unsere Uniform jährlich ausgeliehen. Jetzt kauften wir zwar eine gebrauchte, aber immerhin eigene Uniform beim Uniformverleih Rütten. Dazu fertigte Rütten für uns neue Helme. Im Jahre 1976 bekamen wir neue, maßgeschneiderte Uniformen, die wir bis heute tragen. Zum gleichen Zeitpunkt hatte uns das Vereinsmitglied Wolfgang Michalski neue Degen aus Spanien besorgt. 

Im Laufe der Jahre stellten die „Blauen Husaren“ sechs Mal den Schützenkönig in Rosellen, davon allein drei Mal Hans Drebenstedt, was bis jetzt noch kein anderer Schütze in unserem Verein geschafft hat.

                  1959-1960         Willi Dünbier                S.M. Willi I.

                  1969-1970          Hans Drebenstedt          S.M. Hans I.

                     1971-1972          Helmut Fleckenstein     S.M. Helmut I.

                       1972-1973          Manfred Blonsky          S.M. Manfred I.

                  1977-1978          Hans Drebenstedt          S.M. Hans II.

                   1991-1992          Hans Drebenstedt          S.M. Hans III.

Tief getroffen waren wir, als unser unvergessenes Gründungsmitglied Adi Krieger  mit 35 Jahren im Jahre 1970 verstarb. Unser Zug stiftete im Jahr darauf dem Heimatverein einen Adi-Krieger-Gedächtnispokal, der Jahre später in den Besitz des Zuges „Schwarze Husaren“ überging.

                                  Manfred Blonsky                       1971

v.l.: Willi Dünbier – Dietmar Blonsky mit Vereinsfahne – Hans Drebenstedt

Peter Schillings  – Günter Schoenen – Walter Schoenen

   Hermann Neukirchen – Herbert Dünnbier (1936-2005)

1979 marschierten wir noch mit 13 Schützen, zum 125jährigen Bestehen besteht unser Zug noch aus den 7 Zugmitgliedern Manfred Blonsky als Gründungsmitglied, Peter Schillings, Franz Neumann, Günter Schoenen, Rolf Schweigerer, Willi Spitzenberger und Fred Bewersdorf.

Mit Klaus Reiner stellte unser Zug von 1988 – 1994 den 1. Vorsitzenden des Heimatvereins.

Selbstverständlich unternahmen wir auch viel, um die Geselligkeit innerhalb unseres Zuges, allein oder mit unseren Damen, zu pflegen. Solange die Kinder unserer aktiven Kameraden noch klein waren, veranstaltete unser Zug in jedem Jahr eine Nikolausfeier.

                                       v.l.: Peter Schillings - Manfred Blonsky – Franz Neumann              2003

               Rolf Schweigerer – Fred Bewersdorf- Günter Schoenen mit Vereinsfahne

                                 Willi Spitzenberger – Herbert Dünnbier (1936-2005)

Eine besonders enge Bindung hatten wir zum Grenadierzug „Heier Stolz“ aus Rosellerheide. Wir organisierten gegenseitig Kegelabende und Schießveranstaltungen. Häufig marschierten die Grenadiere beim Rosellener Festumzug mit und auch wir beteiligten uns in Rosellerheide. 

1995, als Peter Lindenblatt als Peter V. vom Zug „Rote Husaren“ Schützenkönig in Rosellen war, feierten wir unser 40jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurden 3 Pokale angeschafft. Wir schenkten je einen Pokal dem Heimatverein und den Edelknaben, ein Pokal verblieb bei uns.  

2005 verließ uns unser langjähriger, treuer Kamerad Herbert Dünnbier für immer. 

Im Jubiläumsjahr zum 125jährigen Bestehen des Vereins können wir gleich zweimal feiern, denn 1956 gegründet, blicken wir auch auf 50 Jahre Zuggeschichte zurück.

Das erfüllt uns mit Stolz, aber auch Dankbarkeit.

     v.l.: Günter Schoenen – Rolf Schweigerer – Manfred Blonsky – Peter Schillings           2005

Franz Neumann – Fred Bewersdorf – Willi Spitzenberger

Die Blauen Husaren 2017

v.l.: Willi Spitzenberger – Günter Schoenen – Franz Naumann 

Manfred Blonsky